Europaschutzgebiete Ibmer Moor, Grabensee Nordmoor und Irrsee Moore

 

Im Rahmen des Monitorings der Wiesenvogelbestände erarbeite ich im Auftrag der Landesnaturschutzbehörde und in Abstimmung mit den lokalen Ornithologen seit 1996 in vierjährigen Abständen regelmäßig Verbesserungsvorschläge zum Management dieser Schutzgebiete im Sinne des Wiesenvogelschutzes. Folgend eine knappe Zusammenfassung dazu:

 

Ibmer Moor

Pfeifer Anger: eines der wichtigsten Brutgebiete für Brachvogel und Bekassine in ganz Österreich
Pfeifer Anger: eines der wichtigsten Brutgebiete für Brachvogel und Bekassine in ganz Österreich

 

Aus bundes- wie aus landesweiter Sicht nehmen aufgrund ihrer überregionalen Bedeutung die Populationen von Brachvogel und Bekassine absolute Priorität für Schutzstrategien und Maßnahmen ein. Die Ausweitung des kleinen SPAs auf die gesamten Wiesenvogel-Habitate ist anzustreben. Alle folgend vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen beziehen sich auch auf Flächen außerhalb bzw. das FFH-Gebiet:

 

Art

Paare

2008

%/Oö.

gesamt

Schutzprioritäten

Brachvogel

19,5-20,5

45

Ausweitung von Wiesenextensivierung auf Habitate innerhalb und im Umfeld (Osten und Süden) des SPAs; Untersuchung des Wirkungsgefüges Lebensraumentwicklung, Landnutzung, Prädation;

Bekassine

18-19

64

Wiedervernässungsmaßnahmen im Schutzgebiet, Neuanlage von Feuchtflächen im Umfeld, z. B. im Bereich Hackenbuch

Kiebitz

90-111

4-10

Schutzansätze f. Kolonien in Intensivgrünland, Viehweiden und Acker entwickeln, ähnlich wie für Bekassine und Brachvogel

Wiesenpieper

11

6-9

Mähwiesen u. Weiden im SPA extensivieren, Probleme der Gehölzzunahme bearbeiten

Schwarzkehlchen

3-5

8-20

Belassen von niedrigen Randstrukturen und Sukzessionsflächen

 

Irrsee

Irrsee Südufer: eines der letzten Rückzugsgebiete für Wiesenvögel im Alpenvorland
Irrsee Südufer: eines der letzten Rückzugsgebiete für Wiesenvögel im Alpenvorland

 

Schutzprioritäten für Wiesenvögel am Irrsee:

 

  • Ausweitung des Schutzgebietsnetzes auf Habitate im Umfeld auch für die Moor- und Feuchtwiesenbereiche von Schwand bis Mondsee
  • absolute Ruhezonen schaffen durch konsequente und rechtlich verbindliche Besucherregelungen am Irrsee
  • Anlage mehrjähriger Brache- und Bachruhestreifen im Intensivgrünland für Wachtelkönig, Braunkehlchen und Wiesenpieper
  • Reduktion der Gehölze v. a. im Nordmoor
  • Bekassinen-Habitate schaffen durch Wiedervernässungen oder Neuanlage von störungsarmen Feuchtflächen

 

Art

Paare 2008

in NSG

 

Paare 2008

außerhalb

NSG

Paare 2008

gesamt

%/Oö.

gesamt

2008

Wachtelkönig

1

2-3

3-4

10-15

Brachvogel

3

5

8

18

Bekassine

3

0

3

10-13

Kiebitz

1

4

5

<1

Neuntöter

0

1

1

<1

Braunkehlchen

3,5

4,5-10,5

8-14

4-7

Schwarzkehlchen

0

2

2

2-4

Wiesenpieper

4,5-6,5

11,5-13,5

16-20

9-15

Grabensee Nordmoor

trotz geringer Größe hat das Moor Bedeutung für den Schutz von Brachvogel und Bekassine  (Foto: T. Anzböck)
trotz geringer Größe hat das Moor Bedeutung für den Schutz von Brachvogel und Bekassine (Foto: T. Anzböck)

Die aus Gründen des Moorschutzes belassene Sukzessionsfläche im Zentrum verbuscht zusehends v. a. mit Erlen. Dieser Verwaldungsprozess stellt einen absolut limitierenden Faktor für die Besiedelbarkeit des Gebietes für Brachvogel und Bekassine dar.

 

Im Sinne eines konsequenten Wiesenvogelschutzes wären primär folgende Maßnahmen zu prüfen:

 

  • Besucher lenkende Maßnahmen im Bereich des Campingplatzes
  • Reduktion des Gehölzaufwuchses im Moorzentrum
  • Reduktion des Nährstoffeintrages aus dem Umland
  • Schaffung zusätzlicher Bekassinen-Habitate im näheren Umfeld durch Anlage zusätzlicher Feuchtflächen

 

Weiterer Vorschläge zum Management dieser und anderer Gebiete aus Sicht des Wiesenvogelschutzes finden Sie unter Publikationen.